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Leseprobe: Die Angebots-Kalkulation für Handwerksbetriebe

Ein Vorgeschmack auf das Herzstück des Ratgebers — die Rechnung, die fast jeder Betrieb falsch macht. Der komplette Ratgeber hat 8 Kapitel und kommt mit einem fertigen Excel-Rechner (5 Tabellenblätter), in den du nur noch deine eigenen Zahlen einträgst.

Warum volle Auftragsbücher trotzdem nicht reichen

Thomas Berg führt einen Malerbetrieb mit zwei Gesellen. Die Auftragsbücher sind voll, gearbeitet wird bis zum Umfallen — und am Jahresende bleibt trotzdem kaum etwas übrig. Sein Problem ist kein Fleiß-Problem. Es ist ein Rechen-Problem.

Thomas dachte, eine Gesellenstunde sei mit 25 € fair bepreist: Lohn plus ordentlich Aufschlag. Diese eine Annahme kostet ihn jedes Jahr einen fünfstelligen Betrag. Rechnen wir nach, was eine Stunde wirklich kosten muss.

Dein echter Stundenverrechnungssatz — in 4 Schritten

Schritt 1 — Was ein Mitarbeiter wirklich kostet. Der Geselle verdient 3.200 € brutto im Monat, also 38.400 € im Jahr. Darüber reden alle. Aber obendrauf kommen Arbeitgeber-Sozialabgaben (≈ 21 %), Berufsgenossenschaft und Umlagen (≈ 3 %) und sonstige Personalkosten:

PositionBetrag / Jahr
Bruttolohn38.400 €
+ AG-Sozialabgaben (≈ 21 %)8.064 €
+ Berufsgenossenschaft + Umlagen (≈ 3 %)1.152 €
+ Sonstige Personalkosten384 €
= Lohnvollkosten≈ 48.000 €

Aus 38.400 € „Lohn" sind 48.000 € echte Kosten geworden — und keine Stunde ist verkauft.

Schritt 2 — Was du davon verkaufen kannst. Diese 48.000 € verteilen sich nicht auf alle Stunden des Jahres, sondern nur auf die verrechenbaren. Nach Abzug von Wochenenden, Urlaub, Feiertagen, Krankheit — und weil von jedem Tag Anfahrt, Rüsten und Aufräumen abgehen — bleiben realistisch nur rund 1.420 produktive Stunden (statt der 2.080, mit denen Naive rechnen).

Schritt 3 — Kosten pro Stunde + Gemeinkosten.

  • 48.000 € ÷ 1.420 h = 33,80 € pro produktiver Stunde (nur Lohn!)
    • Gemeinkostenzuschlag 50 % (Werkstatt, Fahrzeuge, Büro, Versicherung …) = + 16,90 €
  • = Selbstkosten: 50,70 € pro Stunde

Unter diesem Wert ist jede Stunde ein Verlust. Thomas' „45 €" liegen also schon unter seinen Selbstkosten.

Schritt 4 — Wagnis und Gewinn drauf.

    • 15 % Wagnis & Gewinn = + 7,61 €
  • = Stundenverrechnungssatz: 58,31 € netto (≈ 69 € brutto)

Du denkst 25 €. Dein echter Satz ist 58 €.

Das ist die Botschaft in einem Satz. Der Unterschied ist nicht klein — er ist der Grund, warum so viele fleißige Betriebe trotz voller Auftragsbücher nicht vom Fleck kommen.

Im Excel-Rechner trägst du nur deine eigenen Zahlen in die gelben Felder ein — Bruttolohn, Urlaubstage, Gemeinkosten. Den Rest rechnet das Tool automatisch und zeigt dir deinen Satz.


Das war 1 von 8 Kapiteln. Der komplette Ratgeber zeigt dir außerdem, wie du Material richtig aufschlägst, Gemeinkosten sauber ermittelst, Angebote schreibst, die gewinnen, und mit der Nachkalkulation prüfst, ob du wirklich verdient hast — alles mit dem fertigen Excel-Rechner zum sofort Loslegen.